Stirnrad-Leitfaden: Modul, Zähnezahl, Bohrung & Zahnbreite
Ein Stirnrad ist der grundlegendste Zahnradtyp und überträgt Drehbewegung und Leistung zwischen zwei parallelen Wellen. Da die Zähne gerade und parallel zur Achse verlaufen, ist es einfach zu konstruieren und zu fertigen und wird in Anwendungen von Robotik und Hobbyprojekten bis hin zu 3D-gedruckten Mechanismen eingesetzt. Mit dem Stirnrad-Generator von meta-matic geben Sie lediglich vier Werte an — Modul / Zähnezahl / Bohrungsdurchmesser / Zahnbreite — und erhalten ein 3D-Modell. Dieser Leitfaden behandelt den grundlegenden Aufbau von Stirnrädern, die Wahl von Modul, Zähnezahl, Bohrung und Zahnbreite, die Berechnung von Hauptmaßen wie dem Teilkreisdurchmesser sowie Hinweise zum 3D-Druck.
Was ist ein Stirnrad?
Ein Stirnrad nutzt eine glatte Kurve, die als Evolvente bezeichnet wird, als Zahnflankenform. Die Evolventenform hält das Übersetzungsverhältnis zweier ineinandergreifender Räder konstant und verträgt geringe Abweichungen des Achsabstands — der Grund, warum sie sich im Maschinenbau als Standard durchgesetzt hat. Zwei ineinandergreifende Stirnräder drehen sich in entgegengesetzte Richtungen.
Der Stirnrad-Generator von meta-matic hält intern feste Parameter — 20° Eingriffswinkel, Kopfhöhe 1,0·m, Fußhöhe 1,25·m und 0 Flankenspiel — und erzeugt Geometrien gemäß dem Standard-Bezugsprofil nach JIS B 1701-1 / ISO 53.

Wahl des Moduls
Das Modul (Formelzeichen m) ist die Normgröße, die die Zahngröße bestimmt; es hängt mit dem Teilkreisdurchmesser über d = m × z (Modul × Zähnezahl) zusammen. Ein größeres Modul bedeutet größere, festere Zähne, ein kleineres Modul feinere, kompaktere Zähne. Die wichtigste Regel lautet, dass ineinandergreifende Räder dasselbe Modul haben müssen. Als Richtwert: 0,5–1 für kleine Geräte, 1–2 für Robotik und Hobbyprojekte, ab 3 für hohe Drehmomente. Wie das Modul gewählt und der Eingriff mit Katalogrädern gestaltet wird, ist im verwandten Artikel ausführlich erklärt.

Wahl der Zähnezahl
Die Zähnezahl lässt sich im Bereich 17–120 einstellen. Sie ist der grundlegendste Parameter und bestimmt Außendurchmesser und Übersetzungsverhältnis. Bei gleichem Modul werden Räder mit weniger Zähnen kleiner und kompakter, während mehr Zähne den Durchmesser vergrößern und mit dem Partnerrad ein großes Übersetzungsverhältnis erleichtern.

- Wenige Zähne (17–20): klein und kompakt; häufig als Ritzel (kleines Rad) auf der antreibenden Seite
- Viele Zähne (40+): größerer Durchmesser, hohe Übersetzungsverhältnisse leichter zu erreichen; geeignet als angetriebenes größeres Rad
- Übersetzungsverhältnis: bei einem Radpaar ergibt es sich aus „Zähnezahl des Abtriebs ÷ Zähnezahl des Antriebs"
Wahl des Bohrungsdurchmessers
Der Bohrungsdurchmesser wird von 0 bis 100 mm eingestellt; mit 0 entsteht ein Stirnrad ohne Bohrung. Grundsätzlich wird er an den Wellendurchmesser angepasst. Als Ausgangspunkt kann ein um etwa 0,1–0,2 mm größerer Bohrungsdurchmesser typische FDM-Drucktoleranzen ausgleichen und das Aufschieben der Welle nach dem Druck erleichtern.
- Bohrung 3–5 mm: üblich für kleine Motoren und Hobbywellen
- Bohrung 6–8 mm: mittlere Mechanismen und Metallwellen
- Bohrung = 0 (ohne Bohrung): wählen, wenn die Bohrung später im CAD eingebracht werden soll
0 und bearbeiten es in einer CAD-Software wie Fusion 360 oder FreeCAD nach.Wahl der Zahnbreite
Die Zahnbreite lässt sich im Bereich 1,0–50 mm einstellen. Eine größere Breite vergrößert die Zahnflanken-Kontaktfläche und das übertragbare Drehmoment, erhöht jedoch auch Gewicht und Druckzeit. Als Richtwert bietet eine Zahnbreite vom 6- bis 10-fachen des Moduls (z. B. 12–20 mm bei m=2) einen guten Kompromiss zwischen Festigkeit und Praxistauglichkeit.

- Schmale Breite: leicht und schnell zu drucken, aber geringes übertragbares Drehmoment
- Große Breite: höhere Festigkeit und höheres Drehmoment, aber schwerer und langsamer zu drucken
Berechnung der Hauptmaße
Die Hauptmaße eines Stirnrads lassen sich allein aus zwei Werten — Modul m und Zähnezahl z — berechnen. Das Eingabefenster des meta-matic-Generators zeigt Teilkreisdurchmesser und weitere Werte zudem automatisch während der Eingabe an.
| Bezeichnung | Symbol | Formel | Beispiel (m=2, z=20) |
|---|---|---|---|
| Teilkreisdurchmesser | d | m × z | 40,00 mm |
| Kopfkreisdurchmesser | Da | m × (z + 2) | 44,00 mm |
| Fußkreisdurchmesser | Df | m × (z − 2,5) | 35,00 mm |
| Teilung | p | π × m | 6,28 mm |

- Kopfkreis (Da): Kreis durch die Zahnspitzen; entspricht dem Außendurchmesser
- Teilkreis (d): Referenzkreis für den Eingriff; das zentrale Maß der Zahnradauslegung
- Fußkreis (Df): Kreis durch die Zahnfüße (Bodenlinien)
Der Achsabstand zweier ineinandergreifender Stirnräder ergibt sich aus a = m × (z1 + z2) ÷ 2. Beispielsweise ergibt der Eingriff eines 20- und eines 40-zähnigen Rades bei m=2 einen Achsabstand von 2 × (20 + 40) ÷ 2 = 60 mm. Mit dem Achsabstandsrechner für Stirnräder von meta-matic können Sie Achsabstand, Teilkreisdurchmesser, Kopfkreisdurchmesser und Fußkreisdurchmesser auf einmal berechnen, indem Sie nur Modul und die beiden Zähnezahlen eingeben.
STEP-Datei erzeugen
Mit dem Stirnrad-Generator von meta-matic können Sie eine STEP-Datei sofort herunterladen, indem Sie die Parameter einfach im Browser eingeben.
Modul festlegen
Wählen Sie dasselbe Modul wie das Partnerrad. Bei Einzelverwendung ergibt sich das Modul aus der erforderlichen Festigkeit und Baugröße.Zähnezahl festlegen
Entscheiden Sie sich anhand des erforderlichen Übersetzungsverhältnisses und Außendurchmessers. Mit dem Übersetzungsverhältnis-Rechner lässt sich die Übersetzung zwischen Antriebs- und Abtriebsseite prüfen.Bohrung und Zahnbreite festlegen
Geben Sie die Bohrung passend zum Wellendurchmesser und die Zahnbreite passend zum erforderlichen Drehmoment ein. Für den 3D-Druck wird die Bohrung etwas größer gewählt.Im Generator erzeugen und herunterladen
Geben Sie die obigen Werte ein und drücken Sie „STEP-Datei herunterladen", um die STEP-Datei automatisch zu laden. Möchten Sie die Form vorab prüfen, wählen Sie „STEP-Modell anzeigen", kontrollieren das 3D-Modell und laden es anschließend manuell herunter.In CAD öffnen und prüfen
Öffnen Sie die Datei in Fusion 360 / SolidWorks / FreeCAD und prüfen Sie Achsabstand und Eingriff mit dem Partnerrad in einer Baugruppe.

Hinweise zum 3D-Druck
Stirnräder haben eine vergleichsweise einfache Zahnflankenform und eignen sich gut für den 3D-Druck. Die Flankengenauigkeit bestimmt jedoch, wie gleichmäßig der Eingriff verläuft. Beachten Sie die folgenden Punkte, um praxistaugliche Räder zu drucken.
- Material: PLA oder PETG für den allgemeinen Einsatz; Nylon und ähnliche für hohe Belastungen
- Druckorientierung: Drucken mit der Radachse parallel zur Z-Achse stellt die Zahnflanke senkrecht zu den Schichten und verbessert die Genauigkeit
- Schrumpfung: Bohrung
+0,1 bis 0,2 mmgrößer angeben und bei Bedarf mit einer Reibahle nacharbeiten - Schichthöhe:
0,16 mm oder wenigerglättet die Zahnflanken und verringert die Eingriffsgeräusche
Häufig gestellte Fragen
QKönnen Stirnräder mit unterschiedlichem Modul miteinander kämmen?
QKönnen Stirnräder auch mit unterschiedlicher Zähnezahl miteinander kämmen?
QKann ich ein Stirnrad mit weniger als 17 Zähnen erzeugen?
QSind 3D-gedruckte Stirnräder praxistauglich?
QLässt sich die erzeugte STEP-Datei in Fusion 360 oder FreeCAD bearbeiten?
Verwandte Ressourcen
Hier finden Sie häufig mit Stirnrädern kombinierte Räder und für die Auslegung nützliche Rechner. Nutzen Sie sie nach Bedarf.
- Zahnstangen-Generator — für den Aufbau von Zahnstange-Ritzel-Mechanismen
- Übersetzungsverhältnis-Rechner — berechnet das Übersetzungsverhältnis automatisch aus Antriebs- und Abtriebszähnezahl
- Achsabstandsrechner für Stirnräder — berechnet Achsabstand und Hauptmaße automatisch aus Modul und beiden Zähnezahlen